Urlaubstipps

Hier könnt Ihr von Euren Urlauben mit Pferden berichten. Wenn Ihr gute Erfahrungen mit Reiterhöfen gemacht habt, schreibt sie uns, wir veröffentlichen sie hier gerne.
Aber auch von schlechten Erfahrungen kann hier berichtet werden, Reiterurlaub ist teuer und er soll vor allem Spaß machen.
Icelandic Horse Festival
Wanderritt Pfalz/Vogesen im Mai 2010
von Nicole Gerharz
Erst mal vielen Dank an Myriam Theisel, die mir durch ihre günstigen und zuverlässigen "Pferdetaxifahrten" meine Wanderritte in der Pfalz und meinen Distanzritt im Hunsrück ermöglicht hat. Auch
Christiane Friese möchte ich nicht unerwähnt lassen, da sie meine Begeisterung für das Wanderreiten teilt und mich auf den ersten Wochenendritten begleitet und für weitere Ritte motiviert hat.
Am Dienstag vor Pfingsten startete ich mit meinem Pferd Lauraine mit dem Hänger von Gau-Algesheim aus Richtung Annweiler in der Pfalz. Geplant hatte ich einen 10 - 14-tägigen Wanderritt durch die
Südpfalz mit einem Abstecher über die französische Grenze in die Nordvogesen. Das Wetter war kühl und regnerisch, was mich nach dem langen Winter und nasskalten Frühling aber nicht mehr abschrecken
konnte. Den größten Teil der Kleidung trug ich in Zwiebelschichten am Körper und der Rest des alltäglichen Bedarfs fand Platz in einer Satteltasche. Der Ritt war durchgeplant, die Quartiere für Ross
und Reiter gebucht, so dass ich kein Zelt, Schlafsack, Regendecke usw. mitnehmen musste. Die erste Übernachtung hatte ich in Annweiler im Hahnenbacher Hof. Ein einfaches Wanderreitquartier für mich
und für mein Pferd eine großzügige Außenbox. Wir zogen am nächsten Morgen in südlicher Richtung nach Silz weiter(ca. 15 km). Bewusst hatte ich am Anfang eine kurze Strecke gewählt, da wir schon
einmal Probleme mit Lahmheiten nach größerer Belastung hatten. Die ersten Tage bin ich dann auch den größten Teil des Wegen gelaufen, um mein Pferd langsam an das Wanderreiten zu gewöhnen. Für uns
galt die Devise "Ankommen ist die Hauptsache". Die Wege im Pfälzer Wald sind normalerweise wunderschön zu reiten. Breite Sandpisten, denen auch Dauerregen nicht viel anhaben kann oder traumhafte
Waldpfade durch Kiefernwälder und weiches Moos. Da ich am Anfang immer den direkten Weg wählte, mussten wir trotzdem über einige Forst-Schotterpisten schleichen, mal mit, mal ohne Hufschuhe. In Silz
hatten wir dann einen Tag länger Zwangspause, da es nicht aufhörte zu schütten, selbst die Sandwege im Pfälzer Wald verwandelten sich in Morast. Leider funktioniert die Heizung in dem
Wanderreitquartier nicht, es war feucht und kalt. Lauraine langweilte sich in einer viel zu kleinen Box und beobachtete den ganzen Tag den Hofhengst, der motiviert vom Damenbesuch in seinem Auslauf
ständig auf und ab paradierte und keinen Zweifel an seinen Absichten ließ. Als wir endlich wieder weiterkonnten schienen wir die einzigen Wanderreiter auf weiter Flur zu sein, so dass wir am dritten
Tag eher lustlos und einsam über schlecht ausgesuchte Wege schlichen. Immerhin hatte es aufgehört zu regnen. Ziel sollte Fischbach an der französischen Grenze sein. Bei einer Bachdurchquerung
streikte Lauraine und weigerte sich für den Rest des Tages auch nur durch Pfützen zu gehen, was bei den Regengüssen der letzten Tage schier unmöglich war. Eselsgleich (nein, ich gehe keinen Schritt
mehr weiter!) machte sie mir das Leben im Sattel und auf dem Boden so schwer, dass ich beschloss den illoyalen Wanderpartner im nächsten Ort unterzubringen und alleine zu Fuß weiterzuziehen. Unser
Glück! In Bobenthal (in der Nähe von Wissembourg, auch an der französischen Grenze) fanden wir endlich Gesellschaft (menschliche und tierische) eine schöne Ferienwohnung, einen sehr netten Stall mit
großer Box und Weide (Owl-Creek-Ranch, tolles Wanderreitquartier) und das alles günstig! Eine Frau die ich auf der Strasse angesprochen hatte und die zufällig mit ihrem Pferd dort Urlaub machte
vermittelte mir die Unterkünfte. Es folgten wunderschöne Tagesausflüge auf den herrlichen Pfälzer-Wald-Sandpisten, auch bei Regen und zwei Abstecher in die Vogesen. Die Bewohner von Bobenthal zeigten
sich als echte Pälzer, gastfreundlich, weinselig und gesprächig, nach 2 Tagen kannten wir bereits das halbe Dorf.
In Bobenthal lernten Lauraine und ich die Vorteile eines festen Standortes während eines Wanderrittes zu schätzen. Gepäcklose Tagestouren durch endlose Wälder in Reitgesellschaft, die vom Tempo und
Reitgepflogenheiten sehr zu uns passten (Tagestouren, auf Ausdauer angelegtes Tempo, viel langsamen Galopp und gleichmäßigen Trab, wann immer es möglich war und es war oft möglich), landschaftliche
Schönheiten und viele Möglichkeiten den Hunger und den Durst durch regelmäßige Einkehr in günstigen Pfälzer Waldhütten (sehr pferdefreundlich, immer mit Anbindemöglichkeiten) zu stillen und die
Pferde grasen zu lassen. Im benachbarten Frankreich waren die Wälder noch ursprünglicher, die Wege noch angenehmer (endlose flache oder sanft ansteigende Sandwege), nur muss man sich größtenteils
selbst versorgen, da die Einkehrmöglichkeiten dort eher beschränkt sind. Dafür sind die Wälder einsamer und ursprünglicher. Auch in den Vogesen gibt es viele Möglichkeiten für Pferd und Reiter zu
übernachten. Sämtliche Übernachtungsadressen und diverse Tourentipps kann man auf einer CD zusammengefaßt für kleines Geld bestellen (siehe unten). Südpfalz und Vogesen sind für Pferd und Reiter
gleichermaßen optimal, viele Reiter machen dort jedes Jahr mit ihrem Pferd Urlaub. Wichtig ist hierbei das Kartenmaterial: 1:25.000 Maßstab ist unerläßllich, zu bestellen beim Landesvermessungsamt in
Koblenz oder in der Gutenbergbuchhandlung in Mainz, ein Kompass ist hilfreich und trotz der relativ guten Markierung der Wanderwege braucht man Kenntnisse im Kartenlesen, um gute, weiche und sichere
Wege zu finden. Vor Ort finden sich vor allem in Bobenthal sehr hilfreiche Menschen, die die besten Wege kennen und erklären können. Solltet ihr einen Ritt mit eigenem Pferd oder Leihpferd, die es
dort auch bei manchen Wanderreitstationen gibt (siehe Pfalz-zu-Pferd.de) dort planen, könnt ihr mich gerne vorher ansprechen.
Adressen siehe unten:
Nicole.Gerharz@web.de (für Nachfragen zum Wanderritt Südpfalz/Vogesen)
Wanderreitquartiere auf CD im und ums Elsass:
Gaby Schintke,
Schleithal67160@aol.com, www.wanderreitquartiere.de.vu
Wanderreitquartiere in der Pfalz:
Hahnenbacher Hof, Annweiler-Gräfenhausen
"Die Pfalz-zu-Pferd", Wanderreitstationen die sich in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen haben
Owl-Creek-Ranch, Bobenthal, Südpfalz
The Point Pony Trekking Centre Connemara
http://www.thepointponytrekkingcentre.com/
An der wunderschönen Atlantikküste bei Ballyconneely gibt es am Ende einer "Straße ins Nichts" einen sehr gepflegten kleinen Reitstall mit gut gerittenen Ponys und Pferden und freundlichen Reitbegleitern.
Wärmstens für Irlandreisende zu empfehlen!
Eschenhof Cuxhaven
Im Eschenhof von Familie Janzen bei Cuxhaven haben im Sommer 2010 vier Mädchen aus dem RuFV mit ihren Pferden, Müttern und zwei Hunden Urlaub gemacht.
Der Eschenhof ist eine Ferienpension mit angeschlossener Pferdehaltung, für die Pferde können verschiedene Arten der Unterbringung gewählt werden, Weide, Offenstall, Boxenhaltung.
Wegen des wunderschönen Ausreitgeländes, der Möglichkeit mit seinem Pferd ins Watt zu reiten, der freundlichen Besitzer und des günstigen Preises sehr zu empfehlen.
Im Priel kann es schon mal etwas nasser werden
